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Die Anfänge: 1963 - 1980

Karl Hannet

Als die U19 Champions Trophy 1963 aus der Taufe gehoben wurde, konnte noch niemand erahnen, wie groß das Turnier einmal werde würde. Rheinische Post, NRZ und WZ widmeten dem ersten Turnier eine kurze Meldung auf der Lokalsportseite, am großen Jugendturnier des Rather SV gab es damals noch kein vorbeikommen. Doch das sollte sich schnell ändern. 1963 löste das internationale A-Jugend-Turnier den internationalen Jugendaustausch ab, den der BV 04 regelmäßig durchgeführt hatte. Am ersten Turnier nahmen mit dem FC Liverpool und Blauw-Witt Amsterdam zwei Mannschaften aus dem Ausland teil, dazu kamen mit dem PSV Hamburg, Tusa 08, BV 04, Turu, VFL Benrath und dem SSV Oberkassel sechs Deutsche Teams. Gespielt wurde um den Karl-Hannet-Wanderpokal, der an den ehemaligen ersten Vorsitzenden des BV 04 erinnerte, der 1960 gestorben war. Trotz der internationalen Konkurrenz kam es zum deutschen Duell im Endspiel, da setzte sich TURU mit 3:0 gegen den BV 04 durch. Doch auch der BV 04 holte sich den Cup: 1965, 1966 und 1968 setzten sich die Gastgeber durch.

In den folgenden Jahren wuchs das Turnier kontinuierlich. Gespielt wurde drei Tage, der familiäre Charakter durch die vielen ehrenamtliche Helfer sorgte aber vor allem dafür, dass die internationalen Gäste gerne nach Düsseldorf kamen. Schon ab dem zweiten Turnier 1964 gab es mit Blauw-Witt Amsterdam, RKSV Rava Den Haag, Urania Genf und dem FC Groveland Wolverhampton vier internationale Gäste und von diesem Konzept wichen die Turniermacher nicht mehr ab. Von Jahr zu Jahr kamen bekanntere Vereine nach Düsseldorf und auch Auswahl-Teams entdeckten den Platz an der Roßstraße für sich. 1969 etwa die Auswahl des Saarlandes mit Trainer Jupp Derwall und Spieler Gerd Zewe, der später auch bei Fortuna Düsseldorf landete.

 

1971 war ein in doppelter Hinsicht bemerkenswertes Jahr:  Erstmals kamen Nationalmannschaften zum Osterturnier. Die Teams aus Israel und Griechenland verliehen dem Wettkampf internationale Klasse, die bei Jugendturnieren bis dahin selten war. Allerdings wurde das Finale 1971 von einem Eklat überschattet. Im Endspiel zwischen dem BV 04 und der griechischen Nationalmannschaft stand nach 50 Spielminuten kein Sieger fest – die Verlängerung musste her. Und da entschied Schiedsrichter Heinz Maaß plötzlich nach einer unübersichtlichen Situation auf Elfmeter für den BV 04. Die heißblütigen Fans der Griechen wollten das nicht hinnehmen und stürmten den Platz. Der Unparteiische rette sich in die Kabine, einen Sieger auf dem Platz allerdings gab es nicht. Weil der BV 04 als Gastgeber verzichtete, durfte die griechische Nationalmannschaft den Karl-Hannet-Pokal mit nach Hause nehmen. Als vorletztes Team überhaupt.

Denn 1972 begann die Ära von Aston Villa, die das Osterturnier dreimal in Folge gewonnen haben und damit 1974 endgültig den Karl-Hannet-Pokal mit ins Fußballmuseum nach Birmingham nehmen durften. Daran konnten auch die Endspielgegner AC Bologna (1972), Kickers Offenbach (1973) und der Wuppertaler SV (1974) nichts ändern.

 

1975 musste also ein neuer Pokal her. Das Osterturnier war inzwischen etabliert in Düsseldorf und Turniermacher Jak Neeten wartete jährlich mit neuen Ideen auf. Die Mannschaften kamen inzwischen aus ganz Europa, Cardiff City aus Wales, Lokomotive Sofia aus Bulgarien und Partizan Begrad aus Jugoslawien brachten frischen Wind ins Turnier und immer wieder kam auch Blauw-Witt Amsterdam nach Düsseldorf. Die Freundschaft beider Teams war es ja, auf deren Grundlage 1962 bei einem Jugendaustausch die Idee für die Osterturnierserie entstanden war. Der Jugendaustausch wurde auch wörtlich genommen. Alle Mannschaften waren in der Jugendherberge in Oberkassel untergebracht, wo sich wie heute im Lindner-Hotel am Seestern auf den Fluren interessante Gespräche ergaben. Man half eben wo man kann: Als die Spieler von Partizan Belgrad 1975 nur Alustollen dabeihatten, trieb BV-Jugendleiter Marpmann für alle Spieler nach Ladenschluss noch Gummistollen auf, mit denen es sich auf dem Platz an der Roßstraße besser spielen ließ

Grußwort von Klaus Bungert

1977 – also erst beim 15. Turnier – spielte auch Fortuna Düsseldorf zum ersten Mal mit. Zum Vergleich: Borussia Mönchengladbach war schon 1966 dabei, Bayern München kam 1979 zum ersten Mal an die Roßstraße.